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Hubertus - historische Informationen

Zur Lebensgeschichte von St.-Hubertus gibt es nur spärliches Material. Man darf daran zweifeln, ob eine  Lebensgeschichte überhaupt verfasst werden kann.

Lutz Krüger, Verfasser des Sonderdrucks 

St. Hubertus, Schutzpatron der Jäger. Etikettenschwindel, Fehlinterpretation oder Vermächtnis? 
(Sonderdruck für: Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. aus: Heimatkalender für Stadt und Kreis Uelzen 1992)

macht in der Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 3. November 1994 folgende Angaben zum historischen Material über die Figur:

"Zur Lebensgeschichte des heiligen Hubertus gibt es nur wenige gesicherte Angaben. Sicher ist nur, daß er im Jahre 708 Bischof in Maststrich war und später seinen Sitz nach Lüttich verlegte. Mit großem Eifer widmete er sich der Christianisierung der Menschen in den Ardennen.

Hubertus starb am 30. Mai oder 29. Juni 727 und wurde in der Kathedrale St. Peter zu Lüttich beigesetzt. Sehr bald verehrten ihn die Einwohner seiner Diözese wie einen Heiligen. Am 3. November 743 fand die feierliche "Erhebung" seiner Gebeine statt, um sie oberirdisch vor dem Hauptaltar zu bestatten. Ein solcher Akt war bis in das 10. Jahrhundert die übliche Form der Heiligsprechung. Seitdem wird der Hubertustag am 3. November gefeiert.

82 Jahre später erbaten die Mönche des bis dahin unbedeutenden Klosters Andain, südlich von Nambur gelegen, die Reliquien des Heiligen. Sie versprachen   sich von deren Beherbergung ein Aufblühen ihrer Gemeinschaft. Am 30. Mai 825 wurden die Gebeine in die Benediktinerabtei überführt, die nun den Namen "St.-Hubert" erhielt.

Die älteste Lebensbeschreibung, nicht lange nach Huberti Tod von einem seiner Schüler verfaßt, weiß nichts von einer Beziehung des Heiligen zu  Jagd und Jägern. Noch viel weniger erwähnt sie die dem Hubertus zugeschriebene Erscheinung des Hirschen mit einem Kruzifixus zwischen den Geweihstangen. Nachweisbar ist aber, daß man zum Ende des 10. Jahrhunderts im Kloster Heilung von der Tollwut suchte.

Allerdings wird bereits im 8. Jahrhundert die Legende von der Hirschvision dem heiligen Eustachius zugeschrieben. Erst im Jahre 1440, anläßlich der Stiftung eines Hubertusordens durch Herzog Gerhard II. von Jülich und Berg, kann sie dem heiligen Hubertus nachgewiesen werden.

Das Motiv der Legende ist keine Schöpfung aus früh-christlicher Zeit. Es kam als Wandermotiv aus dem indisch-buddhistischen Raum über Mesopotamien, Griechenland und Italien nach Westeuropa."

Quelle: Elbe-Jeetzel-Zeitung, Lüchow, 3. November 1994, S. 8

 

Hubertus - Hubert von Lüttich


"Der Überlieferung nach verfolgte Placidus, ein Feldherr Kaiser Trajans (98-117), einen kapitalen Hirsch. Als das Tier stehen blieb und sich umwandte, erblickte Placidus zwischen dem Geweih ein leuchtendes Kreuz. Der Feldherr sah darin ein Zeichen des Himmels und ließ sich sowie seine Frau und seine Söhne taufen. Getauft wurde Placidus auf den Namen Eusthathius (Eustachius).

Im 11. Jh. wurde diese Legende auf den hl. Hubertus übertragen. Der Legende nach war Hubertus (um 655-727) ein Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse. Nachdem seine Frau Floribana im Kindbett gestorben war, stürzte Hubertus sich in weltliche Vergnügungen, um seinen Schmerz zu vergessen. Als er an einem Feiertag jagte, erschien ihm ein Hirsch mit einem goldenen Kreuz zwischen dem Geweih und Hubertus vernahm eine warnende Stimme. Tief betroffen suchte Hubertus den Bischof Lambert auf und reiste dann nach Rom zu Papst Sergius I., welcher in einer Vision vom Tod des Bischofs unterrichtet und angewiesen wurde, Hubertus zu dessen Nachfolger zu weihen. Als Bischof von Tongern und Maastricht verlegte Hubertus im Jahr 716 seinen Sitz nach Lüttich, wo er 727 starb.

Im 9. Jh. wurden seine Gebeine umgebettet, d. h. in das später nach ihm benannte Kloster St. Hubertus überführt. Der Heilige wird meist mit einem Jagdhund, als Jäger mit * Hifthorn
, bewaffnet mit Schwert und Spieß vor dem "Hubertushirsch" kniend, dargestellt, manchmal auch als Bischof mit * Pastoralstab und "Hubertusschlüssel", dem Heilkraft zugeschrieben wurde. Seiner Missionstätigkeit wegen wurde Hubertus auch Apostel der Ardennen genannt. Hubertus ist der Patron der Jäger, Förster und Jagdhunde. Am 3. November, seinem Gedächtnistag, werden große Jagden (Hubertusjagden) abgehalten. In der Kunst ist Hubertus nicht immer eindeutig vom hl. Eustachius zu unterscheiden."

Quelle: www.beyars.com

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