zurück

Fürbitte für einen Hubertusgottesdienst
 

Unser Gott!
Du hast uns Menschen in deine Schöpfung berufen.
Du hast uns mit Gaben und Aufgaben,
mit Verstand und Willen,
mit Wünschen und Hoffnungen ausgestattet.
Mit unseren Fähigkeiten und Hoffnungen
dürfen wir dir zum Lobe leben.

Wir bitten dich in diesem Hubertusgottesdienst:
erweise dich als der lebendige Gott!
Erneuere die Gemeinschaft mit dir
in all unseren Fragen und Zweifeln,
in die der Alltag uns stellt.
Lass’ Einsichten nicht verhärten,
sondern erhalte uns lebendig in dem Vermögen
zu lernen und Neues zu wagen.

Wir bitten
für Landwirte und Bauern,
für Gärtner und Landschaftsplaner:
Erhalte diesen Berufen das Gespür für den Wert ihrer Arbeit.
Lass die Menschen in ihrer Arbeit daran festhalten,
dass die Gesundheit der Erde ein hohes Gut darstellt,
von deren Erhalt das Wohl zukünftigen Lebens abhängt.
Dass die Erde als geliehen betrachtet werden soll,
geliehen von den Generationen,
die nach uns auf ein schöpferisches Leben hoffen.

Weise uns, Gott, den Weg zu der Weisheit,
die uns Behutsamkeit und lehrt und Umsicht
im Umgang mit den uns anvertrauten Grundlagen des Lebens.
So bitten wir: Gott, erbarme dich!

Wir bitten für
Jägerinnen und Jäger,
für Viehzüchter und Nutztierhalter
und für die Tierärzte:
Lass sie in allem, was sie tun,
das Tier als lebendiges Mitgeschöpf erkennen.
Es geht uns nicht um Gleichmacherei von Mensch und Tier.
Es geht nicht um die leichtfertige Verwischung der Grenzen,
die du zwischen Tier und Mensch gesetzt hast.

Es geht darum,
dass das gemeinsame Leben auf dieser Erde
von Verantwortung und Liebe geprägt und getragen sein soll,
von Vernunft und Einsicht,
Demut und Hoffnung.

Wo wir Menschen uns das Leben von Mitgeschöpfen aneignen,
lass’ Demut walten!.
Jene Demut, die Leiden erkennt und vermindert.
Wo wir Menschen uns von Tieren ernähren,
lass Verantwortung sichtbar werden.
Zügle durch deinen Geist jene lieblose Gier,
die das Mitgeschöpf zum leblosen Objekt degradiert.

Und erwecke in uns die Freude am Verzicht,
die Leben schont und nach Alternativen fragt.
So bitten wir: Gott, erbarme dich!

Wir bitten für jene,
die jede Form von Tierhaltung und –nutzung kategorisch ablehnen.
Die in der Jagd nur en sinnloses, lebensverachtendes Treiben sehen:
Erwecke Einsicht und Gespür für die Tatsache,
dass der Verzicht auf Jagd unter den heutigen Gegebenheiten
nicht automatisch größere Verantwortung bedeutet,
sonder auch Vernachlässigung bedeuten kann.
Erhalte uns die Fähigkeit,
miteinander zu reden und voneinander zu lernen.

Mache uns bereit,
guten Argument zu folgen und so Einsichten zu gewinnen.
So bitten wir: Gott, erbarme dich!

Wir bitten für uns alle,
denen das Miteinander von Mensch und Tier
als Schöpfungsgemeinschaft nicht gleichgültig ist:
Erhalte uns in deinem heilenden Geist.
Lass’ uns Heimat finden in dem Vertrauen,
dass du der Welt durch deinen Geist eine gute Richtung schenkst.
Lass uns in deinem Namen ernsthaft danach fragen,
wo wir die Welt friedlicher und liebevoller,
gewalt-  und leidensfreier gestalten können,
ohne dabei Vernunft und Einsichten ideologisch zu opfern.
Bewahre uns dabei immer vor dem Irrtum,
wir könnten deine Schöpfung sich selbst überlassen.
So bitten wir: Gott, erbarme dich! 

Du hast uns an verschiedenen Orten und mit verschiedenen Aufgaben
in deinen Dienst gestellt.
Mache uns bereit, diesen Dienst verantwortungsvoll zu tun.
Mit den Worten Jesus Christi beten wir gemeinsam mit der ganzen Welt: 

Vater uns im Himmel,
geheiligt werden dein Name,
dein Reich komme,
dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf  Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von den Bösen.
Denn dein ist Reich und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.

Amen

zurück